PTA-News

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Ursachen von Vitamin- und Mineralstoffmangel

Der Körper benötigt für seine Stoffwechselprozesse eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen. Ein Gleichgewicht ist dabei wichtig, denn sowohl eine Überdosierung als auch ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen tun dem Körper nicht gut.

Die Signale des Körpers bei Vitamin- oder Mineralstoffmangel können sehr unterschiedlich sein. Ein typisches Beispiel ist Eisenmangel, der sich oft durch Müdigkeit und Blässe bemerkbar macht. Auch die möglichen Ursachen der Mangelerscheinungen sind vielfältig.

Grundsätzlich lassen sich die Ursachen von Vitamin- und Mineralstoffmangel in folgende Kategorien unterteilen:

Mangelhafte Versorgung

Bei einer einseitigen Ernährung wird der Körper nicht ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Langfristig sind Mangelerscheinungen die Folge.

Mangelhafte Aufnahme

Der Darm kann seine normale Funktion aufgrund einer Erkrankung nicht mehr erfüllen. Die in der Nahrung enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe werden nicht in ausreichender Menge vom Darm absorbiert. Beispiele für solche Erkrankungen sind Zöliakie und Morbus Crohn.

Verminderte Bioverfügbarkeit

Bestimmte Kombinationen von Nahrungsmitteln können die Aufnahme von Vitaminen oder Mineralstoffen beeinflussen. Phosphatreiche Produkte wie Cola oder Wurst vermindern beispielsweise die Bioverfügbarkeit von Calcium.

Erhöhter Bedarf

Schwangere, Stillende und Leistungssportler benötigen eine größere Menge an Vitaminen und Mineralstoffen. Wird die Ernährung nicht an den erhöhten Bedarf angepasst, kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

Du willst mehr über Mangelerscheinungen erfahren?

Hier kommst du direkt zum Grundmodul Mangelerscheinungen.

Geschützt in die Sonne

Die Sonne ist da! Doch der Sonnenschutz wird allzu oft vernachlässigt. Viele Menschen glauben, dass sie nicht braun werden können, wenn sie beim Sonnenbad ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) benutzen. Sie greifen deshalb lieber auf Produkte mit niedrigem Lichtschutzfaktor zurück oder lassen den Schutz komplett weg. Doch das ist ein Irrtum, der schwerwiegende Folgen haben kann: Jedes Jahr erkranken ca. 14.000 Menschen in Deutschland an schwarzem Hautkrebs. Dieser wird vor allem durch UV-Belastung mit vielen Sonnenbränden begünstigt.

Wirkung von UV-Strahlung auf die Haut

Anhand physikalischer und biologischer Eigenschaften wird UV-Strahlung in UVA-, UVB-, und UVC-Strahlung unterteilt. Während die UVC-Strahlung für uns weitgehend irrelevant ist, dringen UVB- und UVA-Strahlen in unsere Haut ein. Dort regen sie die Produktion von Vitamin D an, das essentiell für einen gesunden Knochenaufbau ist. UV-Strahlen können aber auch erhebliche Schäden anrichten. Sie dringen tief in die Haut ein und können zu bleibenden Veränderungen an der DNA der Hautzellen führen – ein Risikofaktor für Hautkrebs. Zudem beschädigen sie die elastischen Hautfasern der Lederhaut und begünstigen damit eine frühzeitige Hautalterung.

Sonnenbrand – Was ist das eigentlich?

Wer sich der Sonne zu lange ungeschützt aussetzt, riskiert einen unangenehmen Sonnenbrand. Das ist eine Entzündung der Haut, die sich in der Regel erst einige Stunden nach dem Sonnenbad zeigt. Dabei verursacht die UV-Strahlung eine Schädigung oder sogar ein Absterben von Hautzellen, auf die der Körper mit einer Freisetzung von Entzündungs- und Schmerzbotenstoffen reagiert. Während die akuten Symptome, wie gerötete, überwärmte Haut und Juckreiz, nach ein bis zwei Wochen wieder verschwunden sind, bleiben entstandene Schäden an der DNA der Hautzellen bestehen.

Wie funktioniert natürlicher Sonnenschutz?

Unsere Haut verfügt über verschiedene Schutzmechanismen – allen voran die Bildung des Hautpigments Melanin. Dieses wird von bestimmten Hautzellen, den sogenannten Melanozyten, produziert und ist für die braune Färbung der Haut verantwortlich. Es verteilt sich auf die umliegenden Zellen und ist in der Lage, eintreffende UV-Strahlung zu reflektieren oder sie in Wärme umzuwandeln. Je mehr Melanin produziert wird, desto dunkler erscheint die Haut und desto höher ist der Schutz vor UV-Strahlung. Jedoch haben die körpereigenen Schutzmechanismen ihre natürlichen Grenzen.

Sonnenschutzmittel im Überblick

Bei erhöhter Strahlungsbelastung sind Sonnenschutzmittel zu empfehlen. Diese enthalten physikalische und/oder chemische UV-Filter. Chemische UV-Filter dringen in die Haut ein und wandeln dort die UV-Strahlung in ungefährliche Strahlung um. Bei den physikalischen UV-Filtern handelt es sich meist um winzige, metallische Partikel, wie zum Beispiel Zinkoxid, die auf der Haut haften und UV-Strahlen einfach reflektieren. Sie sind gut verträglich und daher besonders für Menschen mit empfindlicher Haut geeignet.

5 Tipps zum Sonnenschutz

1.Mittagssonne meiden!

Zur Mittagszeit wirkt die Sonnenstrahlung um ein Vielfaches stärker als vormittags oder nachmittags. Zu dieser Zeit sollte der Aufenthalt in der Sonne vermieden werden. Auch der UV-Index ist ein wichtiger Anhaltspunkt für die Stärke der Sonnenstrahlung und deren gesundheitlicher Gefährdung. Der UV-Index wird zum Beispiel vom Deutschen Wetterdienst veröffentlicht.

2.Kleidung und Sonnenbrille tragen!

Wer sich im Freien aufhält, kann sich durch Kleidung gegen intensive Sonneneinstrahlung schützen. Wichtig ist besonders das Tragen einer Kopfbedeckung. Diese schütz zum einen die empfindliche Gesichtshaut und beugt zudem einem Sonnenstich durch Überhitzung der Hirnhaut vor. Bei Sonnenbrillen sollte auf die Kennzeichnung „UV-400“ geachtet werden. Diese filtern UV-Strahlung bis 400 Nanometer heraus und können UV-bedingte Augenschäden vermieden.

3.Sonnenschutzmittel benutzen!

Sonnencreme sollte großzügig auf alle unbedeckten Körperstellen aufgetragen werden, vor allem auf die „Sonnenterassen“ wie Nase, Dekolleté und Schultern. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt Produkte mit Lichtschutzfaktor 30 (LSF 30) mit UVA- und UVB-Schutz. Nach zwei Stunden beziehungsweise nach dem Baden sollte der Sonnenschutz erneut aufgetragen werden. Aber Achtung: Die Sonnenschutzzeit wird dadurch nicht verlängert.

4.Vorsicht im Wasser!

Wasser bietet keinen Schutz vor der Sonne, im Gegenteil: Wasser reflektiert die UV-Strahlung und verstärkt sie dadurch sogar. Bei intensiver UV-Strahlung sollte ausgedehnter Badespaß lieber vermieden werden.

5.Mit Medikamenten oder Kosmetika lieber nicht in die Sonne!

Einige Medikamente können Nebenwirkungen in Verbindung mit Sonnenlicht haben. Mit dem behandelnden Arzt sollte dies im Voraus geklärt werden. Kosmetika, Parfums und Deodorants können im Zusammenspiel mit Sonnenlicht dauerhafte Pigmentstörungen hervorrufen. Vor dem Sonnenbad sollten diese Produkte deshalb einfach weggelassen werden.

Quellen: Deutsches KrebsforschungszentrumBundesamt für Strahlenschutz

Vegetarier nehmen doppelt so schnell ab

Eine vegetarische Diät ist bei der Gewichtsreduktion offenbar deutlich effektiver.

Im Rahmen einer Ernährungsstudie bei Menschen mit Typ 2 Diabetes machten amerikanische Forscher eine verblüffende Entdeckung. Die Teilnehmer, welche eine vegetarische Diät erhielten, waren beim Gewichtsverlust fast doppelt so erfolgreich wie die Teilnehmer, die eine normale kalorienreduzierte Diät (mit tierischen Produkte und Fleisch) bekamen.

Die vegetarische Diät bestand dabei aus einer bunten Mischung von

  • Gemüse
  • Getreide
  • Hülsenfrüchten
  • Obst
  • Nüssen
  • wenige Milchprodukte (erlaubt war eine Portion fettarmer Johurt pro Tag)

Die konventionelle Vergleichsdiät folgte den offiziellen Empfehlungen der EASD (European Association for the Study of Diabetes) (PDF auf Englisch). Bei beiden Diäten war die tägliche Kalorienzufuhr gegenüber dem individuellen Grundbedarf des Teilnehmers um 500 Kilokalorien reduziert.

Mit der vegetarischen Diät schafften die Teilnehmer es im Studienzeitraum, durchschnittlich 6,2 kg abzunehmen. Mit der konventionellen Diät wurden im Durchschnitt nur 3,2 kg geschafft.

Es stellte sich die Frage, warum die vegetarische Diät so viel bessere Ergebnisse lieferte als die normale. Der Grund liegt wohl in der Verringerung des Muskelfetts bei der vegetarischen Diät. Diese verbessert sowohl den Glukose- als auch den Lipidmetabolismus. Insbesondere Menschen mit Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes Typ 2 oder dem metabolischen Syndrom profitieren hiervon.

Quelle: Kahleová H. The Effect of a Vegetarian vs Conventional Hypocaloric Diabetic Diet on Thigh Adipose Tissue Distribution in Subjects with Type 2 Diabetes: A Randomized Study. J Am Coll Nutr. Published online 10 Jun 2017. Doi: 10.1080/07315724.2017.1302367.

Nahrungsergänzungsmittel – Teuer aber sinnlos oder Retter in der Not?

Advertorial

Nahrungsergänzungsmittel sind in aller Munde. Laut einer IMS Health Erhebung nimmt jede vierte Frau regelmäßige Nahrungsergänzungen ein. Bei Männern sind es immerhin 18 Prozent.

Die Nahrungsergänzungsmittel – kurz NEM genannt – werden hauptsächlich zur Vorbeugung von Mangelzuständen und zur Leistungssteigerung genutzt. Dabei entsprechen die häufigsten Mangelerscheinungen allerdings nicht den am meisten verkauften Ergänzungsmittelpräparaten, obwohl individuell abgestimmte Nahrungsergänzungen durch Vitamine und Mineralstoffe zunehmend von Ärzten verschrieben werden.

Welche Nahrungsergänzungsmittel gibt es auf dem Markt?

Das NEM-Angebot ist sehr umfassend und beinhaltet unter anderem:

  • Abnehmmittel
  • Aminosäuren
  • Antioxidantien
  • Ballaststoffe
  • Basen
  • Coenzyme
  • Enzyme
  • Fettsäuren
  • Mineralien
  • Naturstoffe
  • Vitalstoffe
  • Vitamine
Was bewirken Nahrungsergänzungsmittel im Körper?

Die Anzahl der verschiedenen Nahrungsergänzungsmittel-Arten lässt keine pauschale Antwort auf diese Frage zu. Im Generellen sollen die Präparate aber einem Defizit in der Versorgung vorbeugen, es ausgleichen oder Gesundheitszustand und Allgemeinbefinden verbessern.
Die Meinungen darüber, ob sie das auf gesundem Wege können, gehen weit auseinander. Der Grund hierfür liegt in einer möglichen Überversorgung. Dabei können Nahrungsergänzungsmittel bei abgestimmter Einnahme durchaus sinnvoll sein.

Wann sollten Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden?

Bei einem bestehenden Mangel. Dabei sind Blutuntersuchungen nötig, um Überdosierungen zu verhindern und den Erfolg zu kontrollieren. Für Aminosäuren, Antioxidantien, Ballaststoffe, Naturstoffe und Enzyme finden sich keine entsprechenden Tests – hier entscheiden praktischer Erfolg und Empfinden. Dennoch sollten ebenfalls Blutwertkontrollen erfolgen, um Gesundheitsschäden vorzubeugen.

Für wen sind NEMs sinnvoll?
  • Menschen, die zu einer Risikogruppe für Mangelzustände gehören, wie:
  • Chronisch Kranke
  • Gestresste
  • Kinder
  • Schwangere, Stillende
  • Senioren
  • Sportler
  • Unter- und Mangelernährte
  • Veganer, Vegetarier
Blasenkrebs durch E-Zigaretten

Wer glaubt, dass E-Zigaretten gesünder als normale Zigaretten sein irrt, denn sie erhöhen offenbar das Risiko für Blasenkrebs.

Traditionelle Zigaretten und das Tabakrauchen im Allgemeinen sind in den letzten Jahren immer unbeliebter geworden, da ihnen ein negatives Image anhaftet und die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens mittlerweile sogut wie jedem bekannt sind. Mit Einführung der sogenannten E-Zigaretten wurden diese von ihren Herstellern als sichere und gesündere Alternative zu den traditionellen Zigaretten beworben. In der Folge hat der Gebrauch von E-Zigaretten im letzten Jahrzehnt stark zugenommen – insbesondere bei jüngeren Konsumenten.

Das Image der „gesunden Alternative“ verleihen sich E-Zigaretten aber offenbar zu unrecht, denn wie neue Forschungsdaten zeigen, erhöhen Inhaltsstoffe aus E-Zigaretten das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken.

Rauchen verursacht Blasenkrebs

Man weiß schon länger, dass 90 % des beim Rauchen inhaltierten Nikotins über die Blase ausgeschieden werden. Traditionelle Zigaretten sind deswegen als Ursache von Blasenkrebs schon bekannt. Forscher der New York University wollten nun herausfinden, wie sich dies bei E-Zigaretten verhält, die ja auch Nikotin enthalten. Dazu untersuchten sie den Einfluss von E-Zigarettenrauch auf die Blasenschleimhaut. Sie fanden heraus, dass dieser DNA-Schäden an der Schleimhaut bewirkt, welche tumorfördernd sind. Zugleich werden die natürlichen DNA-Reperaturmechanismen des Körpers behindert, was das Risiko für die Entstehung von Krebs nochmals erhöht.

Eine separate Studie untersuchte die Schadstoffbelastung im Urin bei Rauchern von E-Zigaretten. Hier wurden zwei krebserregende Stoffe im Urin nachgewiesen, die man auch bei traditionellen Rauchern findet.

Diese Erkenntnisse sind aufgrund von zwei Faktoren sehr besorgniserregend. Zunächst erfreuen sich E-Zigaretten immer größerer Beliebtheit, so dass immer mehr Menschen sie benutzen. Dies bedeutet, dass sich immer mehr Menschen den Gesundheitsrisiken durch E-Zigaretten aussetzen. Außerdem sind E-Zigaretten insbesondere bei jungen Konsumenten sehr beliebt. Wer jung anfängt zu rauchen, raucht in der Regel länger (bezogen auf die Lebenszeit) und erhöht damit sein Krebsrisiko zusätzlich.

Quellen:

Fuller t, et al. Evaluation of E-Cigarettes Users Urine for Known Bladder Carcinogens. Abstract #MP88-14. Annual Meeting of the American Urological Association. May 12-16 2017. Boston, MA, USA.
Lee HW, et al. E-Cigarette Smoke is Potentially Bladder Carcinogenic – It Induces Tumorigenic DNA Adducts and Inhibits DNA Repair in Urothelial Cells. Abstract #PI-11. Annual Meeting of the American Urological Association. May 12-16 2017. Boston, MA, USA.

Diese Antibiotika sind nichts für Schwangere

Bestimmte Antibiotika können in der frühen Schwangerschaft das Risiko für Fehlgeburten erhöhen.

Antibiotika gehören zu den wichtigsten Medikamenten, die der Menschheit zur Verfügung stehen und sind unersetzlich im Kampf gegen Infektionen. Eine neue Studie aus Kanada konnte nun allerdings nachweisen, dass bestimmte Gruppen von Antibiotika in der frühen Schwangerschaft das Risiko für Fehlgeburten teils deutlich erhöhen können.

Die betroffenen Gruppen sind

  • Makrolide (mit Ausnahme von Erythromycin)
  • Quinolone
  • Tetracycline
  • Sulfonamide
  • Metronidazol

Aus der Gruppe der Markolide ist zum Beispiel das Antibiotikum Azithromycin bekannt. Es zeigte in der Studie eine Erhöhung des Risikos für Fehlgeburten um 65 %. Bei Metronidazol war das Risiko um 70 % erhöht. Sulfonamide, Tetracycline, Quinolone und Clarithromycin (ebenfalls ein Makrolidantibiotikum) führten sogar zu einem mehr als doppelt so hohem Risiko.

Wichtig ist, dass nicht alle Antibiotika dieses Risikopotenzial haben. So wurde es beispielsweise bei Nitrofurantoin, welches unter anderem zur Behandlung von Hanrwegsinfekten eingesetzt wird, nicht nachgewiesen. Es stehen also durchaus Antibiotika zur Verfügung, welche auch für Schwangere geeignet sind.

Gerade in der Frühphase der Schwangerschaft ist der Embryo noch sehr empfindlich, da sich in diesem Stadium grundlegende Gewebetypen entwickeln und damit die Basis für den Aufbau des gesamten Körpers bilden. Kommt es in diesem hochsensiblen Prozess zu Störungen, so haben diese in der Regel schwerwiegende Auswirkungen, die bis hin zum Abbruch der Schwangerschaft führen können. Aus diesem Grund sind mache Arzneimittel, die für Erwachsene sonst sehr gut verträglich sind, bei Schwangeren nur mit Vorsicht anzuwenden oder sogar komplett verboten.

Die Anwednung von Antibiotika wird in vielen Fällen ohnehin schon kritisch beotrachtet, da sie im Allgemeinen zu oft verschrieben werden – insbesondere auch bei Erkrankungen, bei denen ihr Einsatz nicht zwingend erforderlich (unkomplizierte Blasenentzündungen mit leichtem Verlauf) oder sogar nutzlos (virale Erkältung) ist. Bei Schwangeren muss der Einsatz von Antibiotika besonders kritisch hinterfragt und sorgsam abgewogen werden. Einerseits ist bekannt, dass der Einsatz von Antibiotika zur Behandlung von Infektionen das Risiko für Frühgeburten und geringes Geburtsgewicht reduzieren kann. Andererseits zeigt die neue Studie nun gewissen Gefahren durch dein Einsatz von bestimmten Antibiotika bei Schwangeren.

Quelle: Canadian Medical Association Journal

Das Märchen vom „sozialen Rauchen“

Wer glaubt, dass er gesünder lebe, wenn er „nur in Gesellschaft“ rauche, ist einem Märchen aufgesessen.

Fast jeder hat einen „sozialen Raucher“ in seinem Bekanntenkreis. Der soziale Raucher raucht „ja eigentlich nicht“. Also nicht täglich. Nur in Gesellschaft, auf Parties oder bei einem Glas Wein mit Freunden wird zum Glimmstengel gegriffen. Die meisten sozialen Raucher beruhigen sich selbst damit, dass sie ja nicht täglich rauchen würden und ihre Form des Rauchens damit gesünder sei als tägliches Rauchen.

Wie eine aktuelle Studie mit mehr als 40.000 Teilnehmern nun zeigt, ist dies ein Märchen.

In dieser Studie wurde nachgewiesen, dass die Risiken für typische Raucherprobleme wie Hypertonie oder ein erhöhter Cholesterinwert bei sozialen Rauchern genauso stark ausgeprägt waren, wie bei täglichen Rauchern. Eine Schonung der Gesundheit durch soziales Rauchen im Vergleich zum normalen Rauchen gibt es also nicht.

Das große Problem an dieser Thematik: die sozialen Raucher werden in den gängigen gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen nicht erfasst und damit nicht erkannt. Eine typische Frage bei der Gesundheitsvorsorge ist beispielsweise: „Rauchen Sie oder konsumieren Sie Tabak?“. Soziale Raucher antworten darauf in der Regel mit „Nein“, da sie sich nicht als Raucher ansehen.

Um einen sozialen Raucher zu identifizieren wäre es ratsam, eher etwas wie „Wann haben Sie zuletzt eine Zigarette geraucht?“ zu fragen. Für Ärzte, aber auch in Apotheken, ist es wichtig, die unsichtbare Gruppe der sozialen Raucher ausfindig zu machen, um ihnen gezielt Aufklärung zu den Gefahren des sozialen Rauchens aber auch Beratung und Hilfe zum Rauchstopp anbieten zu können.

Quelle: American Journal of Health Promotion

Kommt bald die rezeptfreie Pille?

Fachleute sind der Meinung, dass die verfügbare Evidenz dafür spricht, orale Kontrazeptiva von der Rezeptpflicht zu befreien.

Eine Expertengruppe von Mediziniern aus den Bereichen der Kinder-, Jugendlichen- und Frauengesundheit hat Daten aus Jahrzehnten wissenschaftlicher Evidenz ausgewertet. Diese Daten umfassten medizinische Studien zur Wirkung und Sicherheit oraler Kontrazeptiva, die beispielsweise im Rahmen der Zulassung von Arzneimitteln erstellt werden. Es wurden aber auch verhaltensbezogenen Studien ausgewertet. Diese beschäftigen sich damit, wie geschult Frauen und Mädchen in bezug auf die korrekte Anwendung der Pille sind.

Die Pille funktioniert nur, wenn sie verfügbar ist

Das Ergebnis der Datenauswertung ist laut den Forschern sehr eindeutig: es sei wichtig, auch Teenagern Zugang zu oralen Kontrazeptiva zu gewähren. Damit würde sichergestellt, dass jene, die sie benötigen, effektive Verhütungsmittel verwenden können.

Die Daten zeigten klar, dass eine Mehrzahl der Jugendlichen schon vor dem 18ten Lebensjahr Sex haben und dass eine frühere Anwendung von Verhütungsmitteln das Risiko von Teenager-Schwangerschaften senken kann. Das oft angeführte Gegenargument, dass der leichtere Zugang zu Verhütungsmitteln zu mehr Sex unter Jugendlichen führen würde, weist die Hauptautorin Krishna Upadhya klar zurück. Sie erklärt, dass Jahrzehnte der Forschung zeigen, dass wenn „leichterer Zugang zu verschiedenen Verhütungsmitteln gewährt wird, dies nicht zu mehr Sex, wohl aber zu weniger ungewollten Schwangerschaften führt“.

Gerade bezüglich ihres Umgangs mit Verhütungsmitteln seien Teenager sehr fit. So zeigten die Versagensraten von Verhütungsmitteln beim Vergleich von Teenagern und jungen Frauen keine signifikaten Unterschiede. Und auch das Wissen zu oralen Kontrazeptiva sei sehr ausgeprägt, was sich unter anderem daran zeige, dass 90 % der Teenager in einer Studie Fragen zu diesem Thema korrekt beantworteten.

Die meisten Teenager, schlussfolgern die Experten, verfügen demnach über ein Urteilsvermögen, das ihnen erlaubt, fundierte Entscheidungen zur Anwendung der Pille zu treffen. Deswegen sei es wichtig, Ihnen den Zugang dazu zu erleichtern.

Quelle: J Adolesc Health

Hast du das Karies-Gen?

Karies wird nicht nur durch Bakterien ausgelöst – auch die Gene können Schuld sein.

Wissenschaftler der Universität Zürich konnten vor kurzem nachweisen, dass Mutationen in bestimmten Genen zu erblich bedingten Schäden am Zahnschmelz führen.

Sie untersuchten dazu Mäuse, bei denen bestimmte Gene, die am sogenannten Wnt-Signalweg beteiligt sind, manipuliert waren. Dieser Signalweg kann ähnlich wie eine Antenne, bestimmte äußere Signale wahrnehmen. Wenn dies passiert, schaltet er im Inneren der Zelle gezielt bestimmte Gene an oder aus. Wichtig ist dies beispielsweise bei der Entwicklung des Embryos, um Wachstum und Entwicklung der Organe in der richtigen Reihenfolge zu steuern. Störungen bei diesem Vorgang können oft schwere Folgen haben und beispielsweise zur Entstehung von Krebs führen. Wie nun herausgefunden wurde, können bestimmte Mutationen in diesen Genen auch die Entwicklung des Zahnschmelz stören.

Karies dank schlechter Gene

Die Zusammensetzung und Härte des Zahnschmelz ist entscheidend dafür, ob Karies entsteht und wie sie fortschreitet. Wie die Forschungsergebnisse zeigen, kann die Widerstandsfähigkeit des Zahnschmelz jedoch durch Mutationen in bestimmten Genen beeinträchtigt sein. In diesem Fall ist die Struktur des Zahnschmelz weniger stabil. Bakterien der Mundflora können sich so besser an der Zahnoberfläche festhalten und diese durch die Produktion von Säure aufweichen. Dadurch entstehen bei den Betroffenen unter Umständen kariöse Läsionen, also Löcher, selbst wenn eine gute Mundhygiene eingehalten wird.

Quelle: ScienceSignaling

Bewegung statt Tabletten bei Rückenschmerzen

Bei Rückenschmerzen sollte man vermeiden „mit Kanonen auf Spatzen zu schießen“.

So in etwa könnte man die Grundaussage der neuen Behandlungsleitlinien zusammenfassen, welche das American College of Physicians (ACP) kürzlich vorgestellt hat.

Darin wird festgestellt, dass gerade Schmerzen im unteren Rücken sich gewöhnlich mit der Zeit von selbst bessern – und zwar ganz unabhängig von der Behandlung. Insofern empfiehlt die Leitlinie, dass kostspielige und in vielen Fällen unnötige Tests besser vermieden werden sollen. Auch die Verordnung starker Schmerzmittel, insbesondere Narkotika, sei oft unnötig und könnte aufgrund der teils erheblichen Nebenwirkungen eher schaden als nützen.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen als erste Wahl

Je nach Schmerzart werden in den Leitlinien verschiedene nicht-medikamentöse Maßnahmen bei Rückenschmerzen empfohlen. Patienten, die unter akuten oder subakuten Schmerzen leiden, könnne oft durch Wärmeanwendungen und physiotherapeutische Behandungen der Wirbelsäule oder Massagen gut geholfen werden. Bei chronischen Rückenschmerzen könnten Maßnahmen wie Yoga, Tai-Chi oder achtsamkeitsbasierte Stressreduzierung zur Linderung der Beschwerden führen.

Medikamentöse Hilfe

Für Fälle, bei denen eine nicht-medikamentöse Therapie keine ausreichende Linderung bringt, oder wenn Patienten eine medikamentöse Behandlung ausdrücklich wünschen, sollte eine evidenzbasierte Empfehlung ausgesprochen werden. Paracetamol wird dabei als Wirkstoff klar abgelehnt, da er im Vergleich zu einem Placebo keine effektive Linderung der Schmerzen bewirkt. Als Erstlinientherapie werden nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), wie Ibuprofen, Diclofenac oder ASS empfohlen.

Quelle: Annals of Internal Medicine